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Aufgabenstellung
“Objekt im Behälter”
Hintergründe
Ein archäologischer Fund zu Beispiel, für Fachleute ein Faszinosum, ist für Unkundige zunächst nur ein banales Ding; das Leintuch Christi: bloß ein alter, sehr schmuddeliger Lappen. Es ist der seine Bedeutung erläuternde Kontext, der es zum Exponat macht. Es kann durchaus spannend sein, das wirklich Banale zu betrachten, wenn eine kleine, gut gemachte Inszenierung dahinter ihm Bedeutung verleiht.
Zum Projekt:
1) Wähle einen Gegenstand aus deinem persönlichen Umfeld, zu dem du eine möglichst enge Beziehung hast, der Dir subjektiv wichtig ist. Gestalte diesen Gegenstand “künstlerisch” um, damit seine Besonderheit, seine Einzigartigkeit zum Ausdruck kommt. Je faszinierender er verfremdet oder umgestaltet wird, desto besser...
Thema: “Magischer Gegenstand mit mythischer Vergangenheit”
2) Stelle für den bearbeiteten Gegenstand eine Hülle her oder gestalte eine vorhandene um. Der Behälter soll im Ausdruck seinem Inhalt ebenbürtig sein, d.h. er soll ebenfalls intensiv umgeformt werden.
3) Erstelle ein “Begleitschreiben” für das “Objekt im Behälter”. In dem erfundenen Begleitschreiben soll die Herkunft, die Funktion oder das Geheimnis des einzigartigen Objekts erklärt oder angedeutet werden. Eine Bedingung ist, dass eine Zeitdimension deutlich wird, um beispielsweise die Fremdheit oder Einzigartigkeit des Objekts verträglich zu machen. Die schriftlichen Ausführungen sind ebenfalls Gestaltung, weil sie insgesamt über ihren Inhalt und ihre Form zur Wirkung kommen. Das “Begleitschreiben” kann eine Urkunde über die “Mythische Herkunft” sein, ein Echtheitszertifikat, ein bürokratisches Fundprotokoll, eine lyrische Ode, eine Gebrauchsanweisung oder ähnliches.
Während einer Zusammenfassung der bisherigen Inhalte will eine weitere praktische Übung den Anschluss an die eigene praktische “Objekt-Arbeit” wieder herstellen. Vor allem kann sie die Verfremdung als gezielte Berechnung unserer Wahrnehmung bewusster machen: Ein minimaler Gestaltungsvorgang genügt, um eine Bildverrückung hervorzurufen. Die Fotokopie einer Gegenstandes soll reißend oder schneidend zerteilt und neu zusammengesetzt werden. Mit der formalen Veränderung werden inhaltliche Auswirkungen exemplarisch erkennbar, die sich ergründen lassen. Das Bild als Objekt, das einen bestimmten Menschen, der wiederum Einstellungen und Inhalte vertritt, repräsentiert, offenbart in seiner umgestalteten Form konsequent verschobene Bedeutungsaspekte ohne Worte. Damit treten rückwirkend auch die Gegenstandsbedeutungen der davorliegenden Gestaltungsform noch deutlicher hervor.
a) Zur Präsentationsform:
Jedes Kunst-Stück ist Gegenstand einer dokumentierenden oder werbenden Vorstellung.
Beispiele möglicher Formen:
- Ausstellungsplakat - Faltblatt - Illustrierte Artikel in einer Fachzeitschrift - fiktives Streitobjekt der öffentlichen Meinung, verdeutlicht durch fingierte Leserbriefe (vortreffliche und unzutreffende) und Leserfotos (komplexer Ansatz). - Seite für eine Homepage - oder ähnliche Formen, ein unbeweglicher Kunstobjekt erschließend verzuführen
b) Zur Bildform:
- (Vorher Bilder-Skripts skizzieren!) Sozusagen “Film-Stills” entwerfen - ein Bild genügt selten (besonders bei einem plastischen Objekt) - Verschiedene Ansichten - Große und kleine Bilder - Nahaufnahmen und Totale (Hintergrund neutralisieren!) - Bilderpuzzle - Rätselhafte Details - Scharfe und unscharfe Bilder - andere Einfälle, die sich in der direkten Begegnung mit dem konkreten Werk einfinden
c) Zur Spachform:
- Bildunterschiften - Schlagzeilen - Interview-Zusammenschnitt - Anektoten zum Werk - eine Ode an das Kunstwerk - eine beißende Kritik - ein Gedicht - Was hätte mein Urgroßvater dazu gesagt? - Was würde meine kleine Schester dazu sagen?
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